Politische Dossiers

INFRI engagiert sich politisch für alle Probleme, welche die Institutionen, ihre Aufgaben und ihre Finanzierung betreffend. 


Studie der HSA-FR über die Entwicklung des Leistungsbedarfs
Unser Verband hat das Jahr 2016 genutzt, um eine strategische Überlegung zur Entwicklung des Leistungsbedarfs von Menschen mit Behinderung oder Suchtproblemen und somit der Leistungen der Institutionen anzustossen. Eine der wichtigsten Massnahmen war die Durchführung einer entsprechenden Studie mit der Hochschule für Soziale Arbeit Freiburg. Diese Studie wird nun veröffentlicht. 

Der Kanton Freiburg führt aktuell eine Leistungsplanung für 5 Jahre durch. INFRI hat seinerseits einen gewissen Mangel an Plätzen in den Institutionen sowie den Stillstand zahlreicher Entwicklungsprojekte angemerkt. Im 2016 wurden diverse Aktionen durchgeführt, um auf die Notwendigkeit neuer Plätze aufmerksam zu machen. Parallel dazu hat INFRI die HSA-FR mit einer sozialwissenschaftlichen Bestandsaufnahme beauftragt zur Identifizierung der aktuellen Tendenzen und Zukunftsperspektiven in den Bereichen Behinderung und Sucht.

Weiteres Vorgehen:

– Thematische Untersuchungen in sechs Einzelgebieten: geistige Beeinträchtigungen, physische Beeinträchtigungen, psychische Beeinträchtigungen, Autismus-Spektrum-Störungen, sensorische Beeinträchtigungen, Suchterkrankungen.

– Annäherung anhand von sieben übergreifenden Themen: aktuelle Sicht auf das Thema Behinderung; neue Betreuungstendenzen; gesellschaftliche Entwicklungen; aktuelle und zukünftige ethische Ansätze; Entwicklungen in den Bereichen Technologie und Pflege; politische Rahmenbedingungen und Ausrichtungen; andere kantonale Denkansätze.

Ergebnisse der Studie

Nach einer spannenden Reise durch die 170 Seiten umfassende Studie können folgende Zukunftstendenzen hervorgehoben werden:

Zunächst zeichnet sich themenübergreifend ein neues Schema ab, das sich in drei wesentlichen Begriffen zusammenfassen lässt: Mitwirkung, Selbstbestimmung und Gestaltung des Lebenswegs.

Anhand verschiedener Schwerpunkte können strategische Überlegungen zu den Entwicklungen im Bereich der Institutionen angestellt werden: 

  • Umsetzung eines interaktionistischen Modells der Behinderung
  • Wahl der Person und individuelle Begleitung
  • Anerkennung des Erwachsenenstatus und Unterstützung der Elternschaft
  • Zugang zu Wohnraum und Ausbildung im eigenständigen Leben
  • Entwicklung von Berufs- und Beschäftigungschancen
  • Beteiligung am sozialen und gesellschaftlichen Leben (Leichte Sprache - FALC fr)
  • Flexibilisierung, Diversifizierung und Koordinierung von Leistungen
  • Zusammenarbeit zwischen den betreffenden Partnern
  • effiziente Steuerung der Behindertenpolitik
  • Ausreifung und Anpassung der Strukturen
  • Anpassung der Ausbildungen an neue Gegebenheiten
  • Zusammenarbeit mit unterstützenden Angehörigen/Peergroups. 

Diese Ansätze wird INFRI in seine Strategie aufnehmen, zum einen um sich in die Debatte der Behindertenpolitik einzuschalten sowie für die Ausarbeitung von Entwicklungsperspektiven für die Institutionen. Der Vorstand und die GV von INFRI werden Gelegenheit haben, darüber zu diskutieren!

Die Broschüren (komplett oder als Zusammenfassung) sind über das INFRI-Sekretariat erhältlich.

pdfINFRI Studie Zusammenfassung


Grossrat: Mandat für 50 neue Plätze in den Institutionen für 2018 / Oktober 2016

Per 6. Oktober hat der Grosse Rat des Kantons Freiburg ein Mandat im Staatsrat übernommen, welcher ihn mit der Schaffung von 50 neuen Plätzen in Spezialeinrichtungen für Erwachsene im 2018 beauftragt.

Das Mandat wurde eingereicht von einer Gruppe von Ratsmitgliedern aus ALLEN Fraktionen und sah ursprünglich die Schaffung von 50 Plätzen im 2017 und von weiteren 50 Plätzen im 2018 vor. Aufgrund der Ablehnung durch den Staatsrat (da 35 Plätze bereits im Budget 2017 vorgesehen sind und die Planung für 2018 noch nicht abgeschlossen ist), wurde das Mandat auf 2018 begrenzt.

Das Projekt wurde schlussendlich mit einer Mehrheit von 80 zu 7 Stimmen (bei 8 Enthaltungen) angenommen! 

 

Behindertenpolitik: Fragebogen an die StaatsratkandidatInnen / Oktober 2016

Anlässlich der Kantonalen Wahlen in Freiburg hat INFRI eine Umfrage unter den Kandidatinnen und Kandidaten für den Staatsrat durchgeführt, um sich ein Bild über ihre politischen Standpunkte in den Themenbereichen betreffend spezialisierte lnstitutionen zu machen.

Jeder Kandidatin und jedem Kandidaten wurden sieben geschlossene und eine offene Frage gestellt. Sie beziehen sich auf die verschiedenen Aktivitätsbereiche der INFRI-lnstitutionen. Bei diesem Vorhaben geht es nicht darum, eine bestimmte Kandidatin oder einen Kandidaten besonders hervorzubringen, sondern ihnen die Gelegenheit zu bieten zu den Projekten und Lösungen Stellung zu beziehen, um die sie sich in den nächsten Jahren kümmern werden müssen. 

 

Einige Erkenntnisse

Aus den Antworten des Fragebogens lassen sich einige interessante Rückschlüsse ziehen:

  • die Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung werden als wichtig erachtet und es müssen die hierfür notwendigen Mittel aufgewendet werden,
  • der Übergang von der Schule in die Erwachsenenwelt muss auch weiterhin von den entsprechenden Leistungen begleitet werden,
  • die einzige negative Antwort auf die Frage nach den Mitteln, die für die Leistungen aufzuwenden sind, kam von Herrn Godel, dessen Standpunkt mit seiner Funktion als Verantwortlicher für die Kantonsfinanzen erklärt werden kann,
  • die schulische Integration wird befürwortet, genauso wie die hierfür notwenigen Mittel,
  • ausserhalb des ,,Behinderten”-Bereichs lässt sich feststellen, dass die Bedeutung der Schaffung von Notunterkünften für Jugendliche in Schwierigkeiten allgemeine Anerkennung findet,
  • Dasselbe gilt für den Erhalt der stationären Leistungen im Suchtbereich, welche parallel zu den ambulanten Leistungen ablaufen.

Der Fragebogen, die Antworten und Kommentare des KandidatInnen finden Sie unten in dem Dokument.

pdfQuestionnaire aux candidat-e-s CE-réponses 


 Mangel von Plätzen in den Institutionen / Pressekonferenz Juni 2016

INFRI hat im Juni 2016 ihre Kommunikationsaktionen über das Thema: Mangel von Plätzen in den Institutionen von Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen weitergeführt. In diesem Rahmen, wurde am 22. Juni eine Pressekonferenz organisiert, mit dem Ziel die Öffentlichkeit und die politischen Leistungsträger über die aktuelle Situation und die Ängste der Institutionen der nächsten drei Jahre zu informieren. Die Lösungen: eine konsequente Behindertenpolitik bestimmen, die Bedürfnisse richtig evaluieren, künftige Leistungen planen UND ein ausreichende Finanzierung prognostizieren!

 

 Plätze in den Institutionen: welche Herausforderungen? Oktober 2015

Wie bereits erwähnt, fehlen aktuell Plätze in Institutionen für Erwachsene mit Behinderungen im Kanton Freiburg! Das SVA selbst anerkennt eine Warteliste von 30 Plätzen, trotz den vom Staatsrat vor Sommerbeginn 2015 in aller Eile genehmigten Plätze. Die Sparmassnahmen der letzten Jahre haben diesen Mangel an Plätzen hervorgerufen. Die Bedürfnisse waren nämlich 2012 in der Planung korrekt erhoben worden, aber auf 160 notwendigen Plätze für 5 Jahre wurden nur deren 80 geschaffen. 

Aktuell macht der Staatsrat geltend, er habe die nötigen Entscheide getroffen, die es erlaubten, die Bedürfnisse der nächsten 3 Jahre abzudecken. Aber es zeigt sich, dass nur den dringenden Fällen (Ende der Sonder-schulzeit) Rechnung getragen wurde. Denn weitere Personen werden in die Situation kommen, einen Platz zu benötigen (Älterwerden der Eltern, Ausschluss aus dem ersten Arbeitsmarkt, weniger "Austritte" als vorgesehen).

Zuhause zu bleiben kann sich manchmal als eine gute Lösung erweisen, mit der Unterstützung von Pro Infirmis z.B., aber dies entspricht nur den Bedürfnissen eines Teils dieser Bevölkerung. Wie sollen in diesem Zusammenhang Lösngen für Persoen mit schweren Behinderungen gefunden werden? Der Staatsrat und der Grossse Rat müssen heute unbedingt die Prioritäten zugunsten der Schaffung von neuen Plätzen in den Institutionen setzen. 

pdfLettre ouverte Grand Conseil 


Kantonale Vernehmlassung der Gesetzesentwürfe über Menschen mit Behinderungen / Juli 2015  

 Im Mai 2015 hat die GSD die Gesetzesentwürfe über die kantonale Politik zugunsten von Menschen mit Behinderung in die Vernehmlassung gegeben.

Es handelt sich um das «Gesetz über Menschen mit Behinderung» (BehG) und das Gesetz über Sondereinrichtungen und professionellen Pflegefamilien für Minderjährige (SPPG). Die Vernehmlassungsfrist endete am 31. August 2015. Zu diesen Gesetzesentwürfen gehören auch Richtlinien und ein Massnahmenkatalog, die sich ebenfalls in der Vernehmlassung befinden.

Diese Projekte sind der letzte Schritt in der Umsetzung des NFA, durch den zahlreichen Aufgaben vom Bund auf die Kantone übertragen wurden. Die Aufgaben in Bezug auf Menschen mit Behinderung sind Thema des Bundesgesetzes über die Institutionen zur Förderung der Eingliederung von invaliden Personen (IFEG) und müssen in kantonales Recht umgewandelt werden. Unsere Vereinigung befasst sich in erster Linie mit diesen Gesetzesentwürfen und hat deshalb zu der Vernehmlassung Stellung bezogen. 

Die Antwort von INFRI auf die Vernehmlassung finden Sie in untenstehendem Dokument.

pdfConsultation lois handicap INFRI 


Kantonales Netzwerk für die Erwachsenenpsychiatrie – auf dem Weg zu einer besseren Koordinierung zwischen den Partnern! Mai 2015

INFRI, die VFA und das FNPG stellen seit einigen Monaten Schwierigkeiten bei der Koordinierung der Unter-bringungsmöglichkeiten für Erwachsene (zwischen 50 und 70 Jahren) fest, die an psychiatrischen Störungen leiden (mit den typischen Merkmalen der Drogenabhängigkeit und/oder starken Persönlichkeitsstörungen). Am 27. März 2015 traten Vertreter der Institutionen/Sektoren dieser drei Organisationen und des Netzwerkes zusammen, um die Schwierigkeiten sowie die zu entwickelnden Lösungen zu erfassen, und in einem zweiten Schritt mit den zuständigen staatlichen Diensten zu sprechen.

Die Institutionen von INFRI (spezialisierte Institutionen) und der VFA (SME) meldeten sich am 7. Mai 2015 öffentlich zu Wort, um diese Sorgen anzusprechen und darauf zu drängen, dass nach Lösungen gesucht wird.

pdfPressemitteilung 7. Mai 2015

pdfINFRI-AFIPA-RFSM Synthèse finale 27 mars 2015 (fr.)

 


 Präsentation an die Mitglieder des Grossen Rates / Oktober 2014

Am 9. Oktober 2014 hat der Vorstand von INFRI ein Treffen mit den Mitgliedern des Grossen Rates des Kantons Freiburg organisiert. 

Action GC all

Das Ziel dieses Treffens war, INFRI und ihre Aufgabe bekannt zu machen und gleichzeitig die Politikerinnen und Politiker für ein Thema zu sensibilisieren, welches viele Institutionen beschäftigt: die Schwierigkeit bei der Integration ins Berufsleben von Jugendlichen mit Schwierigkeiten. 

Hier finden Sie die Präsentation, welche für diesen Anlass erstellt wurde:

pdfPräsentation Grosser Rat 09.10.2014


 Öffentliche Intervention / August 2014

Im Rahmen der Erarbeitung des Budgets 2015 des Kantons Freiburg scheinen sich Kürzungen des Budgets und der Subventionen noch zu verstärken, dies nach mehreren Jahren erbrachter Opfer. 

Die Verbände INFRI (spezialisierte Institutionen) und VFA (Pflegeheime) haben sich öffentlich zur Blockierung von Projekten in ihren Bereichen und über den Mangel an Ressourcen, die für die Erfüllung ihrer Aufgaben benötigt werden, bekalgt. Die Leistungen sind gefährdet und die schwächsten Personen unserer Gesellschaft werden die Opfer sein. 

pdfMedienmitteilung vom 25. August 2014